Im meinem [Beitrag zu den Tastaturen]({{< ref "20230812_best-keyboards-cherry-razer.md" >}}) habe ich das Thema MĂ€use bereits kurz angeschnitten. Und genau dieser Beitrag hat mich motiviert, mich wieder auf die Suche nach meiner Maus zu machen. Eine Suche, die gar nicht so einfach ist. Ob ich am Ende angekommen bin? Ich denke ja.
Wie jede gute Geschichte fĂ€ngt meine Suche vor langer langer Zeit an. Zu den Zeiten, als MĂ€use noch keine optischen Sensoren, sondern Kugeln zur Erfassung der Bewegung hatten. Okay, eigentlich genau da nicht. Da hatte ich mich noch mit der mitgelieferten Maus oder einem relativ billigen Ersatz begnĂŒgen mĂŒssen. Ich war ja noch jung. Zumal es damals nur einfache MĂ€use oder gleich grosse ergonomische BĂŒromĂ€use gab. Mit dem Aufkommen der optischen Sensoren Ă€nderte sich das aber und mit der MX518 brachte Logitech eine Maus fĂŒr Gamer auf den Markt. Das Besondere? Sie war asymetrisch und so geformt, dass die Hand perfekt auf ihr lag. Wenn die Handgrösse passte.
Ich habe diese Maus geliebt, auch wenn ich mir heute nicht sicher bin, ob sie mir nicht eigentlich zu gross war. Zumindest hat sie in mir den Glauben geweckt, dass ich ein Logitech-Mensch bin, wenn es um MĂ€use geht. Nach einer Funk-Gamingmaus mit viel zu hohem Gewicht folgte die Logitech G502 wieder mit Kabel. Da wurde mir erstmalig klar, meine HĂ€nde sind klein. Der DPI Schalter an der Seite war fĂŒr mich nicht zu erreichen. Deshalb bin ich nach ein paar Jahren auf die Razer Basilisk umgestiegen. Ăhnlicher Formfaktor und eine verlĂ€ngerte Seitentaste. Die auch unbequem bis kaum erreichbar war.
Dieses Jahr war ich deshalb frustriert und habe mich eingehender mit dem Thema ComputermĂ€use beschĂ€ftigt. Beim Test der Mausformen anderer Hersteller hat sich bestĂ€tigt, meine HĂ€nde sind klein. Das ist aber nicht das eingentliche Problem bei meinen bisherigen MĂ€usen. Das eigentliche Problem ist, dass diese fĂŒr einen Claw-Grip ausgelegt sind. Also einen recht steilen Griff weit vorne an der Maus. Ich bin aber ein Palm-Grip Mensch. Ich lege meine Hand auf die Maus, so dass der Handballen teils auf der Maus, teils auf dem Mauspad aufliegt. Damit greife ich wesentlich weiter hinten an der Maus und erreiche das vordere Viertel gar nicht, auch nicht die vordere Seitentaste.
Also eine kleinere Maus. Wenn ich dabei bin, auch gerne wieder Funk. Kabel schrĂ€nken ein, nerven und verschandeln den Tisch. Und leicht. Meine erste Funkmaus war viel zu schwer, das wollte ich nicht wieder. Lustigerweise ist es gerade ein grosser Trend MĂ€use wieder leichter zu machen. Es gibt verschiedene MĂ€use mit deutlich unter 100âŻGramm Gewicht. Gut bewertet waren aber wenige, sowohl bei Rezessionen als auch bei den Tests.
Nachdem lesen vieler Tests und Ausprobieren der verfĂŒgbaren Modelle im LadengeschĂ€ft bin ich dann auf die Logitech G Pro Superlight gestossen. Die Form ist ein deutlicher Unterschied zu meinen bisherigen MĂ€usen, da sie nicht der Hand nachgeformt ist. Aber sie ist verdammt schlicht ohne viel Textur. Das ist hilfreich, da ich doch viel Schmodder absondere. Zumindest die Logitech G502 mit ihrer Textur war unmöglich zu reinigen und sah nicht sehr schön aus. Mit ĂŒber 100âŻâŹ ist der Zeigerschubser aber empfindlich teuer. Auf der anderen Seite ist die Maus inzwischen fast wichtiger als die Tastatur als EingabegerĂ€t.
Also bestellt und wenige Tage spĂ€ter ausgepackt. Neben der Maus waren im Karton noch ein Kabel, ein USB-Dongle, eine Kurzanleitung, Antirutsch-Aufkleber fĂŒr die Seiten und die Tasten sowie eine Teflonabdeckung fĂŒr die Unterseite. Die Aufkleber sind in der Schiblade gelandet, da diese doch wieder nur Schmodder sammeln. Die Abdeckung habe ich eingebaut, fĂŒr mehr GleitflĂ€che. Alternativ ist dort eine Plastikabdeckung oder, mit deutlichen Extrakosten verbunden, der EmpfĂ€nger fĂŒr drahtloses laden. Habe ich nicht und möchte ich nicht. Das entsprechende Mauspad gibt es nicht im XXL Format.
Schnell den USB-Dongle eingesteckt und die Maus war einsatzbereit. Testweise habe ich die Software von Logitech installiert und festgestellt: Viel Einstellen kann man nicht. DPI und Sendefrequenz. Ersteres auf 800 DPU gestellt, letzteres auf 1000 Signale pro Sekunde. Das wird in der Maus gespeichert, womit die Software unnötig wurde und wieder von der Festplatte geflogen ist. Aber wie ist die Maus? Leicht. Verdammt leicht. WĂ€re die Verarbeitung und der Kunststoff nicht hochwertig, dann wĂŒrde das Gewicht von 63âŻGramm quasi billig wirken. Dadurch bewegt man die Maus aber mĂŒhelos und ohne ErmĂŒdungserscheinungen ĂŒber das Mauspad.
Die Form war fĂŒr mich erstmal ungewohnt. Keine Rille mehr an der linke Seite, in welche sich mein Daumen legen kann. Keine Ablage mehr fĂŒr den kleinen Finger. Ungewohnt, zumindest fĂŒr die ersten Stunden. Inzwischen habe ich mich aber daran gewöhnt und bin ĂŒberrascht, wie gut sich die Maus in meiner Hand anfĂŒhlt. Auch einfach, weil sie nicht speziell fĂŒr den Clawgrip erstellt wurde. Mit meinem Palmgrip liegt sie einfach super in der Hand.
Tja, was sage ich am Ende zur Maus? Ist sie ĂŒber 100âŻâŹ wert? Das muss wohl jeder fĂŒr sich selbst entscheiden. Ich verwende die Maus mehrere Stunden pro Tag und dafĂŒr eignet sie sich super. Dazu hat sie keine Ecken und Kanten, womit sie stabil wirkt. Und ein weiterer Pluspunkt? Die Software ist optional, belastet also das System nicht. So einfach wie sie aussieht wirkt der Preis nochmal höher, aber fĂŒr mich ist die Maus den Preis wert und ich kann sie nur jedem weiterempfehlen, wenn man bereit ist den Preis zu bezahlen.
Kleine Anmerkung: Ich habe noch die Gen.1 gekauft, welche aktuell fĂŒr 85âŻâŹ erhĂ€ltlich ist. Die Gen.2 ist doppelt so teuer und bietet USB-C statt Micro-USB, dazu ist sie wohl nochmals 3âŻGramm leichter und ĂŒbertrĂ€gt schneller. FĂŒr mich ist das den doppelten Preis nicht wert, da die Gen.1 schon eine sehr gute Maus ist.