Aktuell starten in Deutschland die ersten Gerichtsverfahren gegen die Hersteller der Covid-19 Impfstoffe. Laut KlĂ€gern habe der Impfstoff bei ihenen schwerwiegende Nebenwirkungen ausgelöst und sie wollen dafĂŒr nun entschĂ€digt werden. Auch wenn ich den KlĂ€gern die Nebenwirkungen nicht absprechen möchte, so sehe ich die Klagen an sich problematisch.
Erstens muss man bedenken, dass jegliche Impfung das Risiko von Nebenwirkungen hat, teils auch sehr schweren. Dieses Risiko wird aber zum Wohle der grossen Masse akzeptiert. Ăhnlich wie es jeder Verkehrsteilnehmer macht. Der Nutzen ĂŒbersteigt das Risiko exorbitant, aber ein Risiko besteht immer. Dieses wird auch nicht verschwiegen und ist bei jeder Zulassung von Impfstoffen bekannt. Dementsprechend sind die Hersteller der Impfstoffe fĂŒr diese auch nicht haftbar, sie haben niemanden getĂ€uscht oder fahrlĂ€ssig Menschenleben riskiert. Das ist auch richtig so, sonst wĂŒrden alle Medikamente vom Markt verschwinden.
Die Situation bei der Covid-19 Impfkampagne war bekanntlich etwas aussergewöhnlich. Die Impfstoffe wurden mit einem beschleunigten Verfahren genehmigt. Was hier genau beschleunigt wurde ist mir nicht bekannt. Am Ende hat die stĂ€ndige Impfkommission im Auftrag des deutschen Staates die Impfungen aber freigegeben. Eventuell sind Prozesse komprimiert worden, mir ist aber nicht bekannt, dass hier fahrlĂ€ssig und auf Veranlassung der Hersteller Schritte ĂŒbersprungen wurden. Wenn, dann ist hier die Stiko schuldig, die Freigabe wurde bewusst im beschleunigten Verfahren erteilt, auch unter BerĂŒcksichtigung von Risiko und Nutzen.
Oder man prangert die Politik und Regierung an. Ehrlicherweise auch die Medien und Gesellschaft. In ganz Deutschland wurde ein starker Druck aufgebaut, dass man sich impfen muss. Ungeimpft wurde man aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen und vom sozialen und medialen Umfeld stigmatisiert. Aktiv wurden Pharmakonzerne und BĂŒrger zur Bereitstellung und Anwendung der Impfungen gedrĂ€ngt. Der Erfolg war zwar geringer und zĂ€her als gewĂŒnscht, viele Deutsche haben sich dadurch aber zu einer Impfung ĂŒberreden lassen.
Was mich aber wundert und zu dem Titel motiviert hat ist die Tatsache, dass wir in Deutschland eine ĂŒbermĂ€ssig hohe Anzahl Impfnebenwirkungen haben. Weltweit wurden stand Ende MĂ€rz 2023 13,3 Mrd. Covid-9 Impfungen gespritzt. Mit 192 Millionen Impfdosen liegt der deutsche Anteil bei 1,44%. Verwendet wurden in allen LĂ€ndern weitestgehend die gleichen Impfstoffe, zumindest in der westlichen Welt recht sicher. Von weltweit 2âŻ817 Meldungen zu Impfnebenwirkungen kommen hingegen 1âŻ547 Meldungen aus Deutschland. Auch wenn es offensichtlich ist habe ich es noch kurz ausgerechnet: 54,92% aller gemeldeten Impfnebenwirkungen bei Covid-19 Impfungen sind in Deutschland aufgetreten.
Ich habe keine Ahnung, was mit uns Deutschen los ist. Wir erwarten inzwischen, dass immer jemand anderes fĂŒr uns und unser Leben die Verantwortung ĂŒbernimmt. Jegliche Abweichung vom Gewohnten wird mit einem lauten Aufschrei erwiedert und die wirklich wichtigen Themen zu Gunsten kurzer Aufreger vergessen. Gendern-Gegner, FlĂŒchtlinge und weitere Aufregerthemen wecken starke Emotionen. Die kaputten Bildungs-, Renten- und Gesundheitssysteme interessiert niemanden. Gut, vermutlich zu komplex und zu langatmig. Da mĂŒsste man sich ernsthaft mit einem Thema beschĂ€ftigen, anstatt sich prĂ€chtig aufzuregen.